In Europa steigt die Internetdurchdringung stetig an, so die Studie – Konsumbarometer 2010 der Dresdner-Cetelem Kreditbank. Der Konsument orientiert sich vor allem im Internet und vergleicht dort die Preise des gewünschten Produktes in Sekundenschnelle, was in einem Ladengeschäft nicht möglich ist. Der Vorteil eines Kunden im Ladengeschäft ist es, dass er die Ware anschauen und prüfen kann, ob diese seinen Vorstellungen entspricht. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Kunde die Ware auch gleich kauft – im Gegenteil, er hat nun eine reale Vorstellung des Produkts und einen Preis, den er nun bequem im Internet überprüfen kann.
Der Kunde kann jedoch sehr wohl differenzieren – ihm ist bewusst, dass das Ladengeschäft mit den Preisen im Internet nicht konkurrieren kann – ist der Preisunterschied jedoch zu gewaltig, wird die Kaufentscheidung pro Internet ausfallen.
Was bedeutet das für die Ladengeschäfte der Zukunft – was passiert in den nächsten 5-10 Jahren?
Gibt es sie noch, die Bekleidungsgeschäfte, den Buchladen oder das Warenhaus? Fakt ist, dass die Hemmschwelle der Kunden für eine Bestellung im Internet stetig sinkt. So werden die Bezahlmöglichkeiten vielfältiger, die Rücksendung und Garantieabwicklung einfacher, der Service steigt stetig und es gibt vertrauensbildende Maßnahmen wie Shop-Prüfsiegel. Wenn die Kunden in Zukunft mehr Vertrauen zum Online-Handel entwickeln, so werden die Ladengeschäfte das massiv zu spüren bekommen. Man könnte sogar so weit gehen, dass es in Zukunft bestimmte Ladengeschäfte nicht mehr geben wird.
Wie kann da ein Ladengeschäft bestehen, welches Miete, Personal- und Lagerkosten hat?
Es wird immer Kunden geben, die ein Ladengeschäft bevorzugen oder es derzeitig einfach unmöglich ist, bestimmte Produkte im Internet zu kaufen (z.B. der Lebensmittel). Ein weiterer Trend lässt sich in der Form feststellen, dass Ladengeschäfte zunehmend im Internet aktiv werden – sei es im eigenen Online-Shop oder als Händler bei Amazon oder ebay. Bei einigen Ladengeschäften funktioniert mittlerweile der Online-Handel besser als das Geschäft mit den Laden-Kunden. Nur wenn der Ladenbetreiber das Internet im Blick behält und seine Preise überprüft (nicht angleicht), so kann er den preisvergleichenden Kunden zum Kauf bewegen in seinem Laden bewegen – denn eines hat auch die oben erwähnte Studie ergeben – Konsumenten haben sehr wohl erkannt, dass Nachhaltigkeit vor allem in der Vorort Infrastruktur wichtig ist. Letzten Endes entscheidet jedoch die Höhe des Preisunterschiedes.